Lindenhofgruppe Geschäftsbericht 2018

Unterschiedliche Bedürfnisse am Arbeitsplatz: generationengerechte Arbeitseinsatzplanung den Workshops im Zentrum. Erstens: Welche Bedürf- nisse haben die verschiedenen Generationen bezüglich Arbeitseinsätzen? Zweitens: Welches Flexibilisierungs- potenzial besteht unter der Prämisse, dass jederzeit eine optimale Pflegeversorgung gewährleistet bleibt? Die Analyse zeigt: Ältere Mitarbeitende achten mehr auf ihre Work-Life-Balance. Aufgrund der grösseren Um- stellungsschwierigkeiten im Schichtbetrieb möchten die 55+ Mitarbeitenden möglichst nicht im Nachtdienst arbeiten, beziehen zur besseren Erholung gerne mehrere freie Tage am Stück und wünschen flexible Pensionierungsmodelle. Anders die mittlere Generation der 35–55-Jährigen. Für sie stehen familienfreundliche Arbeitsmodelle im Vordergrund. Stichwörter dazu: Jahresarbeitszeiten, kürzere oder längere Schichten, höhere Wochenend- und Nachtzulagen usw. Auch die jüngere Generation der 18 – 35-Jährigen hat An- sprüche. Sie möchte deutlich flexiblere Arbeitseinsätze und kurzfristig den Arbeitsplan ändern oder weniger Schicht- arbeit im Spät-/Nachtdienst oder am Wochenende über- nehmen. Schliesslich verbringen auch sie gerne ein Wochen- ende mit Freunden oder besuchen kulturelle Events, welche in der Regel am Abend, in der Nacht oder am Wochenende stattfinden. Wünsche offenlegen, Verständnis schaffen Die unterschiedlichen Bedürfnisse verlangen nach einem Paradigmenwechsel in der Personaleinsatzplanung und einer zentrierten Sicht der Führungspersonen auf die Anforderungen der Generationen. Alle Mitarbeitenden gleich behandeln? Das mag gerecht sein – aber es stellt niemanden wirklich zufrieden. Eine zukunftsfähige Personaleinsatzplanung muss sich stärker an den individuellen Bedürfnissen der Genera- tionen orientieren. Eine Mutter mit Kindern wünscht sich eher regelmässige Einsätze zu klar definierten Zeiten, damit sie die Betreuung organisieren kann. Ältere Mitarbeitende wünschen die Überzeiten eher auf ein Zeitkonto, um diese zur Erholung einzuziehen, und jüngere Mitarbeitende beziehen gerne einen unbezahlten Urlaub zur Entdeckung neuer Länder. Noch eine entscheidende Erkenntnis: Die Mitarbeitenden wollen bei der Planung mitreden und mitentscheiden. Sie wollen, dass ihre Wünsche bezüglich Arbeitszeitmodell oder Zeitfenster, in denen sie flexibel sind, nach Möglichkeit berücksichtigt werden. Das bedeutet: Gemeinsam planen statt «top down». Die Offenlegung der individuellen Wünsche kann zum gegenseitigen Verständnis beitragen. Das ermög- licht eine Planung, die sich stärker an den Bedürfnissen der Einzelnen orientiert. 35

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